Golden Gate – überschuldet und zahlungsunfähig
Tage wie diese: traurig ist manchmal, wenn man Recht behält: Golden Gate meldet wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit heute Insolvenz an. Und wieder blicken wir auf die Ereignisse und müssen daran denken, ob in diesem Fall jemand an der Aufklärung der ganzen Ungereimtheiten interessiert ist und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Fragen ergeben sich aus den jüngsten Presseveröffentlichungen, dem Anleiheprospekt und dem letzten Rating:
- Hält die Patronatserklärung von Herrn Rampold, auf die im letzten Ratingbericht verwiesen wurde und die der einzige Grund war, warum das durchaus schlechte Rating überhaupt noch erteilt wurde?
- Wie ist zu beurteilen, dass Herr Rampold auch in dem jüngsten Interview im August 2014 noch behaupten durfte und niemand ihm widersprach, dass ein Wertgutachten für die Immobilie in Leipzig über 30 Millionen Euro vorläge, obwohl dieses im Prospekt veröffentlichte Gutachten nicht auf die bestehende Immobilie, sondern ein erst noch umzusetzendes Konzept, dass ja im Zeitpunkt des Interviews gar nicht mehr realisierbar war, abstellte?
- Wer erläutert den im Prospekt abgedruckten Treuhandvertrag, nachdem der jetzt eingeschlagene Weg der Insolvenzeröffnung geradezu gegen die Interessen der Anleiheinhaber gerichtet erscheint, weil dort geregelt ist, dass es (das Treuhandverhältnis) erlischt bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Treuhänder sämtliche grundbuchrechtlichen Erklärung zur Löschung der Grundschulden abzugeben hat?
- Wird ein Gericht wieder absegnen, dass derjenige, der als Gesellschafter und Geschäftsführer dafür verantwortlich ist, dass der Anleihezeichner blumig über die Werthaltigkeit der Immobilie sowie die Erfahrung in dem Bereich Klinik-Immobilien im Unklaren gelassen worden ist, mittels seiner Vertrauten ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchführen kann?
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